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Alle News im Wortlaut - Übersicht III

"Tod eines Kritikers" - Der Fall Martin Walser im WWW
Martin Walser - Copyright: SWR/HollenbachKaum einer hat ihn gelesen - den neuen Roman von Martin Walser "Tod eines Kritikers". Und doch sorgt er für öffentliche Erregungs- und Entsetzensszenen von beispiellosem Ausmaß. Frank Schirrmacher, Mitherausgeber der FAZ, brachte den Stein ins Rollen. In seinem offenen Brief an Walser bezeichnete er das Werk als "Dokument als Hasses", das sich mit seinem "Repertoire antisemitischer Klischees" in unverantwortlicher Weise gegen den Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki richte. Dieser zeigte sich in seiner Sendung "Reich-Ranicki solo" tief getroffen. Das Buch sei schäbig und durch und durch antisemitisch. Im Rückblick müsse nun auch Walsers Dankrede zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels im Jahr 1998 in einem anderen Licht betrachtet werden. Reich-Ranicki sprach sich nichtsdestoweniger für die Veröffentlichung aus, jedoch nicht im ehrwürdigen Suhrkamp Verlag. Mittlerweile gab allerdings
Suhrkamp-Verlagsleiter Günter Berg bekannt, dass sich das traditionsreiche Frankfurter Verlagshaus zur Publikation des Romans entschlossen habe; Erscheinungstermin ist der 26. Juni 2002. Namhafte Autorenkollegen nahmen Walser gegen den Vorwurf des Antisemitismus in Schutz, so Rafael Seligmann und Günter Grass. Walser selbst erklärte, er habe lediglich eine Satire auf den gegenwärtigen Literaturbetrieb schreiben wollen.
Um Ihnen einen Überblick über die Walser-Debatte der letzten beiden Wochen zu geben, haben wir für Sie zahlreiche Links zusammengestellt.

Bitte beachten Sie: Stand der Links: 18. Februar 2003 - die meisten Verweise funktionieren nicht mehr!
Die neuesten Walser-Links finden Sie hier!

 

Links:

Offene Briefe, Texte, Rechtfertigungen

"Lieber Martin Walser, Ihr Buch werden wir nicht drucken" - Frank Schirrmachers offener Brief an Martin Walser in der "FAZ" Nr. 122 vom 29. Mai 2002

Auszüge aus Schirrmachers Brief in der "Berliner Morgenpost" vom 30. Mai 2002

Walsers Stellungnahme zum offenen Brief Schirrmachers gegenüber dpa - abgedruckt bei "n-tv"

Walsers Stellungnahme auch bei "Spiegel online" vom 29. Mai 2002 (Hinweis: Der Artikel ist mittlerweile nur kostenpflichtig abrufbar. Preis: 0,40 Euro)

"Jetzt spricht der Autor" - Martin Walser charakterisiert für die "Süddeutsche Zeitung" (31. Mai 2002) die Hauptfigur seines Romans "Tod eines Kritikers", André Ehrl-König

Textauszüge aus "Tod eines Kritikers" in der "Welt" vom 30. Mai 2002

Auszüge aus dem Roman auch in der "Berliner Morgenpost" vom 30. Mai 2002

 

Interviews

''Machtausübung im Kulturbetrieb'' - Interview mit Martin Walser zur Debatte um seinen neuen Roman auf den Seiten des "DeutschlandRadios" (29. Mai 2002)

"Der Pegel schwoll und schwoll" - Interview mit Martin Walser zu seinem Buch "Tod eines Kritikers" in der Zürcher "Weltwoche" (Nr. 23/2002)

''Ich hätte niemals gedacht, dass dieses Buch auf den Holocaust bezogen wird'' - Walser- Interview mit der "Radio 3"-Sendung "Kulturjournal - Texte und Zeichen" zur aktuellen Debatte um sein neues Buch (abgedruckt auf den Internetseiten der "Tagesschau")

"Ich bin doch nicht wahnsinnig" - Interview mit Martin Walser in der "Welt" vom 30. Mai 2002

"'Das würde ich niemals tun'. Martin Walser wehrt sich gegen den Vorwurf, sein neuer Roman "Tod eines Kritikers" sei antisemitisch" - Uwe Wittstock interviewt Martin Walser für die "Berliner Morgenpost" (30. Mai 2002)

"Ich war so angewidert" - "Spiegel"-Interview mit FAZ-Mitherausgeber Frank Schirrmacher (Der Spiegel 23/2002) (Hinweis: Der Artikel ist mittlerweile nur kostenpflichtig abrufbar. Preis: 0,40 Euro)

Interview mit Suhrkamp-Verlagsleiter Günter Berg in der "Welt" vom 30. Mai 2002 zu Walsers "Tod eines Kritikers"

"'Walser ist nicht Möllemann'. Der neue Walser-Skandal: Suhrkamps Rechtfertigung" - Interview mit dem Suhrkamp-Verlagsleiter Günter Berg in der "Berliner Morgenpost" vom 30. Mai 2002

"Eine bedauerliche Entscheidung" - Uwe Wittstock im Gespräch mit Marcel Reich-Ranicki zur Entscheidung des Suhrkamp Verlags, Walsers neuen Roman zu publizieren (Die Welt, 6. Juni 2002)

 

ZEITUNGSARTIKEL

BERLINER MORGENPOST

"Walser wehrt sich gegen Antisemitismus-Vorwurf" - Meldung vom 30. Mai 2002

"Die Lust an der Regression" - Tilman Krause zu Walsers "Tod eines Kritikers" (30. Mai 2002) (der gleiche Artikel erschien auch in der "Welt" vom 30. Mai 2002)

 

FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG (FAZ)

"Reich-Ranicki: Suhrkamp soll Walser-Roman nicht veröffentlichen" - Meldung vom 1. Juni 2002

"Mit dem Begriff des Exils spielt man nicht" - der österreichische Schriftsteller Robert Menasse am 6. Juni 2002 zur Walser-Debatte

 

NEUE ZÜRCHER ZEITUNG

"Der Vorwurf als Argument" - Roman Bucheli zur "medialen Debattengier" um Walsers "Tod eines Kritikers" (6. Juni 2002)

"Trotz Bedenken: Suhrkamp publiziert Walsers Roman" - Bericht von Joachim Güntner vom 6. Juni 2002

 

DER SPIEGEL
(Hinweis: Die Artikel sind mittlerweile nur kostenpflichtig abrufbar. Preis: jeweils 0,40 Euro)

"FAZ lehnt Walser-Vorabdruck ab" ("Spiegel online", 28. Mai 2002)

"Polemik mit Paukenschlag" - Artikel von Andreas Borcholte und Werner Theurich ("Spiegel online", 29. Mai 2002) zu Walsers "Tod eines Kritikers"

"So ein erbärmliches Buch" - Holger Kulick ("Spiegel online", 30. Mai 2002) zu Reich-Ranickis Reaktion auf den neuen Walser

"Walser unter Feuer" - Artikel ("Spiegel online", 31. Mai 2002) zur Debatte um "Tod eines Kritikers"

"Da wurde viel beschädigt" - Artikel von Volker Hage und Mathias Schreiber in "Spiegel online" vom 10. Juni 2002 zur Suhrkamp-Entscheidung, Walsers "Tod eines Kritikers" zu drucken

"Walser liest öffentlich aus umstrittenem Buch" - Bericht in "Spiegel online" vom 6. Juni 2002

"Dichter STATT Denker" - Gesammelte Leserbriefe zum Walser-Skandalbuch bei "Spiegel online" (30. Mai 2002)

 

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

"Die Unmoralkeule" - Bernd Graff zur Debatte um Walsers "Tod eines Kritikers" (30. Mai 2002)

Thomas Steinfeld am 4. Juni 2002: "Literaturkritische Phantomschlacht. Walsers 'Tod eines Kritikers' wird von einem elitären Kreis inkriminiert, bevor der Roman der Öffentlichkeit zugänglich ist"

"Walser erscheint bei Suhrkamp" - Meldung vom 5. Juni 2002 zur Entscheidung des Suhrkamp Verlags, den neuen Walser zu publizieren

Artikel vom 7. Juni 2002: "Frankfurter Legenden. Wider den leichtfertigen Umgang mit Walsers Manuskript"

 

DIE WELT

"Die Lust an der Regression" - Tilman Krause am 30. Mai 2002 zu Walsers "Tod eines Kritikers" (der gleiche Artikel erschien auch in der "Berliner Morgenpost" vom 30. Mai 2002)

"Der alte Fluch?" - Ein Kommentar zu Walsers neuen Roman von Wolfram Weimer vom 30. Mai 2002

"Selbstmord eines Schriftstellers" - Salomon Korn zur aktuellen Walser-Debatte (8. Juni 2002)

"Nach dem ersten Sturm" - Tilman Krause zur Walser-Debatte und ihre Folgen (8. Juni 2002)

"Lob der Naivität" - Artikel von Iris Alanyali zur Walser-Debatte (8. Juni 2002)

Beitrag von Uwe Wittstock vom 8. Juni 2002: "Das Bewusstsein der Nation umkrempeln. Aspekte eines Autors: Martin Walsers Lust an literarischen Skandalen wird immer riskanter"

"Die verlorene Unschuld. Der hehre Nimbus der Literatur, den gerade der Suhrkamp-Verlag eben noch hochgehalten hatte, ist endgültig verloren. Der letzte Hauch Unschuld auch" - Artikel von Elmar Krekeler (8. Juni 2002)

 

DIE ZEIT

"In den Fesseln der westlichen Schuldmoral" - Thomas Assheuer zu Walsers neuen Roman (Nr. 24/2002)

"Erlkönig hat mir ein Leids getan" - Peter Carstens zum Streit um Walsers "Tod eines Kritikers" in den deutschen Feuilletons (3. Juni 2002)

Ulrich Greiner: "Walser, der Spezialist des Undeutlichen. Weshalb sein Roman 'Tod eines Kritikers' nicht antisemitisch ist, aber trotzdem besser nicht geschrieben worden wäre" (Nr. 24/2002)

 

ARTIKEL AUS WEITEREN PRESSEORGANEN

"'Ich war im Radio, als es passierte'. Pre-Listening-Session: Martin Walser geht mit seinem Roman "Tod eines Kritikers" für eine Woche auf Sendung" - Artikel von Kolja Mensing in der "TAZ" vom 11. Juni 2002

"Rollenprosa. Linksbündig. Martin Walsers Gebrauchsroman" - Artikel von Ulrich Müller-Schöll in "Freitag - Die Ost-West-Wochenzeitung" vom 7. Juni 2002

"Das inszenierte Nichts. Über Walsers umstrittenes Buch 'Tod eines Kritikers', das bereits als Raubkopie im Internet zirkuliert" - Artikel von Marcus Hammerschmitt bei "Telepolis - Das Magazin der Netzkultur" vom 9. Juni 2002

 

ARTIKEL AUF HOMEPAGES VON TV-SENDERN

"'Dokument des Hasses'. FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher greift Martin Walsers neuen Roman scharf an" - Bericht bei 3sat online

"Coup oder Kuhhandel? Der Wirbel um Walsers neuen Roman" - Artikel bei 3sat online

"Unter Druck. Suhrkamps schwierige Entscheidung im Fall Walser" - Bericht bei 3sat online

"In dubio pro Walser. Suhrkamp druckt den umstrittenen Roman 'Tod eines Kritikers'" - Bericht bei 3sat online

Zur aktuellen Walser-Debatte - auf den Seiten der "Tagesschau" vom 2. Juni 2002

Meldung bei "n-tv" zur Entscheidung des Suhrkamp Verlags, Walsers "Tod eines Kritikers" am 26. Juni 2002 auszuliefern

 

ZUR ERINNERUNG

Walsers Dankrede in der Frankfurter Paulskirche zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 1998 - abgedruckt auf den Internetseiten des Lehrstuhls für Jüdische Geschichte und Kultur am Institut für Neuere Geschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München

"Eine Rede und ihre Folgen." Zur Kontroverse um die Rede Martin Walsers zur Verleihung des Deutschen Friedenspreises 1998 in der Frankfurter Paulskirche - umfangreiche Dokumentation des Historischen Seminars der Ludwig-Maximilians-Universität München


Foto: © SWR / Hollenbach
(TourLiteratur 2 / Juni 2002)

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