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Literaturpreise

Der Bremer Literaturpreis

Eine der renommiertesten Auszeichnungen der deutschen Literatur

Zuletzt aktualisiert: 02.12.2025

Auf einen Blick

  • Gründung: 1954
  • Dotierung: 20.000 Euro (Hauptpreis), 6.000 Euro (Förderpreis)
  • Träger: Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung
  • Verleihung: Jährlich

Der Bremer Literaturpreis gehört zu den angesehensten Literaturauszeichnungen in der Bundesrepublik Deutschland. Seit 1954 wird er verliehen und würdigt jeweils ein bestimmtes Einzelwerk eines deutschsprachigen Schriftstellers - nicht das Gesamtwerk, wie bei manch anderen Preisen üblich.

Geschichte des Preises

Der Preis wurde 1953 aus Anlass des 75. Geburtstags von Rudolf Alexander Schröder gestiftet, dem Ehrenbürger der Hansestadt Bremen. In den Anfangsjahren trug die Auszeichnung daher den Namen Rudolf-Alexander-Schröder-Preis. Schröder selbst war bis zu seinem Tod 1962 Vorsitzender des achtkoepfigen Preisrichterkollegiums.

In den frühen Jahren musste der Bremer Senat dem Votum der Jury zustimmen. Dies führte 1960 zu einem Skandal: Der Senat verweigerte die Zustimmung zur Auszeichnung von Guenter Grass für Die Blechtrommel - vornehmlich aus moralischen Gründen. Infolgedessen wurde 1960 und 1961 kein Preis vergeben. Im April 1961 wurde beschlossen, die Preisverleihung künftig in alleiniger Verantwortung der neu gegründeten Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung zu organisieren.

Der Förderpreis

Seit 1977 wird zusätzlich zum Hauptpreis ein Förderpreis vergeben, der mit 6.000 Euro dotiert ist. Er richtet sich an jüngere Autorinnen und Autoren am Beginn ihrer Karriere. Zu den Preisträgern gehörten unter anderem Uwe Timm, Herta Müller, Durs Grünbein, Judith Hermann und Juli Zeh - Autorinnen und Autoren, die später grosse Bekanntheit erlangten.

Bedeutende Preisträger

Die Liste der Preisträger liest sich wie ein Who is Who der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur. Zu den frühen Laureaten zählen Ilse Aichinger (1955), Ernst Jünger (1956), Ingeborg Bachmann (1957) und Paul Celan (1958).

In den folgenden Jahrzehnten wurden unter anderem ausgezeichnet: Siegfried Lenz (1962), Thomas Bernhard (1965), Christa Wolf (1978), Peter Rühmkorf (1980), Peter Weiss (1982), Erich Fried (1983), Peter Handke (1988), Wilhelm Genazino (1990), Wolfgang Hilbig (1994), Elfriede Jelinek (1996), Brigitte Kronaür (2005) und Friederike Mayroecker (2011).

Alexander Kluge ist der bisher einzige Autor, der den Bremer Literaturpreis zweimal erhielt: 1979 und 2001. Im Jahr 2002 wurde der Preis erstmals posthum verliehen - an den ein Jahr zuvor bei einem Autounfall verstorbenen W.G. Sebald für seinen Roman Austerlitz.

Besonderheiten

In den Jahren 1955, 1957 und 1977 gab es jeweils zwei Hauptpreisträger. 1970 verweigerte Christian Enzensberger, der Bruder von Hans Magnus Enzensberger, die Annahme der Auszeichnung.

Die Geschäftsführung und Organisation der Preisverleihung obliegt seit Januar 2002 der Stadtbibliothek Bremen. Alle Reden und Laudationes der Jahre 1954 bis 1998 sind in einem Sammelband dokumentiert, der 1999 erschien.

Ausgewählte Preisträger (Hauptpreis)

  • 1954: Heinrich Schmidt-Barrien
  • 1955: Ilse Aichinger
  • 1957: Ingeborg Bachmann
  • 1958: Paul Celan
  • 1962: Siegfried Lenz
  • 1965: Thomas Bernhard
  • 1978: Christa Wolf
  • 1982: Peter Weiss
  • 1988: Peter Handke
  • 1996: Elfriede Jelinek
  • 2002: W.G. Sebald (posthum)
  • 2011: Friederike Mayroecker

Ausgewählte Förderpreisträger

  • 1979: Uwe Timm
  • 1985: Herta Müller
  • 1992: Durs Grünbein
  • 1999: Judith Hermann
  • 2002: Juli Zeh
  • 2005: Antje Ravic Strubel
  • 2007: Sasa Stanisic