Sekundärliteratur zu Hugo Ball
Forschungsliteratur zum Mitbegründer des Dadaismus
Hugo Ball (1886-1927) zählt zu den schillerndsten Figuren der literarischen Avantgarde. Als Mitbegründer des Dadaismus im Züricher Cabaret Voltaire prägt er 1916 eine der einflussreichsten Kunstbewegungen des 20. Jahrhunderts. Sein Lebensweg führte ihn vom Expressionismus über den radikalen Sprachexperimentalismus bis zur Konversion zum Katholizismus.
Grundlegende Studien
-
Steinke, Gerhardt Edward: The Anarchistic, Expressionistic and Dadaistic Phases in the Life and Work of Hugo Ball. Diss. Stanford 1955.
Grundlegende Dissertation, die Balls verschiedene Schaffensphasen systematisch untersucht.
Balls Bedeutung
Die Forschung zu Hugo Ball konzentriert sich auf verschiedene Aspekte seines vielschichtigen Werks. Seine Lautgedichte, die er im Cabaret Voltaire vortrug, gelten als Meilensteine der experimentellen Lyrik. Das beruehmte "Karawane" (1916) demonstriert seinen radikalen Bruch mit konventioneller Sprache.
Zugleich verdient Balls theoretische Reflexion über Kunst und Politik Aufmerksamkeit. Seine "Kritik der deutschen Intelligenz" (1919) enthält eine scharfsinnige Analyse des deutschen Nationalismus. Die späten religiosen Schriften, insbesondere die Studie "Byzantinisches Christentum" (1923), zeigen einen ganz anderen Ball - den Sucher nach spiritüller Wahrheit.
Wer sich mit dem Dadaismus beschäftigt, kommt an Hugo Ball nicht vorbei. Sein Tagebuch "Die Flucht aus der Zeit" (1927) bietet eine einzigartige Innenperspektive auf die Entstehung dieser Bewegung und ihre geistigen Hintergründe.