Conrad Ferdinand Meyer
Ausgewählte Forschungsliteratur zum Schweizer Dichter
Auf einen Blick
- Lebensdaten: 1825-1898
- Nationalität: Schweiz
- Gattungen: Novelle, Roman, Lyrik
- Hauptwerke: "Jürg Jenatsch", "Das Amulett", "Die Hochzeit des Mönchs"
Einführung
Conrad Ferdinand Meyer zählt neben Gottfried Keller zu den bedeutendsten Schweizer Dichtern des 19. Jahrhunderts. Sein Werk, das vor allem historische Novellen und Balladen umfasst, zeichnet sich durch eine kunstvoll verdichtete Sprache und eine Vorliebe für Renaissance-Stoffe aus. Die Forschung zu Meyer ist umfangreich und reicht von biografischen Studien über stilistische Analysen bis zu rezeptionsgeschichtlichen Untersuchungen.
Bibliographien
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Gerlach, Ulrich Henry: Conrad Ferdinand Meyer Bibliographie. Tübingen 1994.
Die maßgebliche Bibliographie zu Meyer, unverzichtbar für jede wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Autor.
- Kempert, H.: Conrad Ferdinand Meyer-Bibliographie. In: Mitteilungen für Bücherfreunde 9 (1932) S. 51-52 und S. 100-102.
Gesamtdarstellungen und Biographien
Grundlegende Monographien
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Fehr, Karl: Conrad Ferdinand Meyer. Stuttgart 1971. (= Sammlung Metzler. 102.) - 2. Aufl. Ebd. 1980.
Eine kompakte, wissenschaftlich fundierte Einführung in Leben und Werk. Der Band der Sammlung Metzler eignet sich besonders als Einstieg in die Meyer-Forschung.
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Frey, Adolf: Conrad Ferdinand Meyer. Sein Leben und seine Werke. Stuttgart 1900. - 4. Aufl. Ebd. 1925.
Die erste umfassende Biographie, verfasst von einem Zeitgenossen. Trotz ihres Alters nach wie vor von Interesse als Qülle für die frühe Rezeption.
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Jackson, David A.: Conrad Ferdinand Meyer in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Reinbek 1975. (= Rowohlts Monographien. 238.)
Eine gut lesbare Einführung mit reichem Bildmaterial, geeignet für einen ersten Überblick.
- Maync, Harry: Conrad Ferdinand Meyer und sein Werk. Fraünfeld-Leipzig 1925.
- Zäch, Alfred: Conrad Ferdinand Meyer. Dichtkunst als Befreiung aus Lebenshemmnissen. Fraünfeld 1973. (= Wirkung und Gestalt. 12.)
Zu Meyers Biographie
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Meyer, Betsy: Conrad Ferdinand Meyer. In der Erinnerung seiner Schwester. Berlin 1903.
Die Erinnerungen von Meyers Schwester Betsy sind eine wichtige biographische Qülle, wenngleich sie mit der gebotenen quellenkritischen Vorsicht zu lesen sind.
- Fehr, Karl: Conrad Ferdinand Meyer. Auf- und Niedergang seiner dichterischen Produktivität im Spannungsfeld von Erbanlagen und Umwelt. Bern u. München 1983.
- Fohrmann, Jürgen: Betsy Meyer 1831-1912. Zur Selbstaufgabe eines Subjekts. In: Schwestern berühmter Männer. Zwölf biographische Porträts. Hrsg. v. Luise F. Pusch. Frankfurt/M. 1985. S. 323-359.
Literaturgeschichtliche Einordnungen
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Hillmann, Heinz: Conrad Ferdinand Meyer. In: Deutsche Dichter des 19. Jahrhunderts. Ihr Leben und Werk. Hrsg. v. Benno von Wiese. Berlin 1969. S. 463-486.
Eine fundierte Einordnung Meyers in die deutsche Literaturgeschichte des 19. Jahrhunderts.
- Kaiser, Herbert: Conrad Ferdinand Meyer. In: Deutsche Dichter. Leben und Werk deutschsprachiger Autoren. Hrsg. v. Gunter E. Grimm u. Frank R. Max. Bd. 6: Realismus, Naturalismus und Jugendstil. Stuttgart 1989. S. 152-165.
- Kohlschmidt, Werner: Conrad Ferdinand Meyer. In: Ders.: Bürgerlichkeit und Unbürgerlichkeit in der Literatur der deutschen Schweiz. Bern 1978. S. 49-65.
Zur Rezeptionsgeschichte
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Isaak, Gudrun: Der Fall C. F. Meyer. Außerliterarische Faktoren bei der Rezeption und Bewertung eines Autors. Frankfurt/M. u. Bern 1980.
Eine kritische Untersuchung der Faktoren, die Meyers Rezeption beeinflusst haben.
Zu einzelnen Werken
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Osborne, John: Vom Nutzen der Geschichte. Studien zum Werk von Conrad Ferdinand Meyer. Paderborn 1994.
Osborne untersucht Meyers Umgang mit historischen Stoffen und die Funktion der Geschichte in seinem Werk.
Hinweise zur Forschungslage
Die Forschung zu Conrad Ferdinand Meyer ist außerordentlich umfangreich. Wer sich erstmals mit dem Autor beschäftigt, findet in Karl Fehrs Metzler-Band einen zuverlässigen Einstieg. Die Bibliographie von Ulrich Henry Gerlach erschließt die ältere wie neuere Forschungsliteratur systematisch.
Besondere Aufmerksamkeit hat die Forschung Meyers psychischer Erkrankung und deren Einfluss auf sein Schaffen gewidmet. Hier empfiehlt es sich, die neueren Arbeiten zu konsultieren, die einen differenzierteren Zugang bieten als die älteren, oft pathographisch orientierten Studien.