Christoph Hein
Weiterführende Links zum Autor und Dramatiker
Christoph Hein, geboren 1944, gehört zu den profiliertesten Autoren der deutschen Gegenwartsliteratur. In der DDR bekannt geworden durch Werke wie Der fremde Freund und Horns Ende, hat er auch nach der Wende bedeutende Romane wie Willenbrock und Landnahme vorgelegt. Die folgende Linksammlung bietet Ihnen einen Überblick über biografische Informationen, Interviews und Rezensionen.
Biografisches und Interviews
Christoph Hein wurde 1944 als Sohn eines Pfarrers in Heinzendorf in Schlesien geboren. Nach der Flucht der Familie lebte er in Sachsen. Da ihm als Pfarrerssohn der Zugang zum Abitur verwehrt wurde, ging er nach West-Berlin, wo er sein Abitur nachholen konnte. Anschliessend studierte er Philosophie und Logik in Leipzig und Berlin.
Von 1974 bis 1979 war Hein als Dramaturg an der Volksbuehne Berlin tätig. In dieser Zeit begann er, selbst Stücke zu schreiben. Sein erster grosser Prosaärfolg war die Novelle Der fremde Freund, die 1982 erschien und in der Bundesrepublik unter dem Titel Drachenblut veröffentlicht wurde.
Der Suhrkamp Verlag, bei dem Heins Werke erscheinen, bietet auf seiner Webseite ein Autorenporträt. Verschiedene Interviews mit dem Autor sind in Online-Archiven von Zeitungen und Rundfunkanstalten zugänglich.
Der fremde Freund / Drachenblut
Die Novelle von 1982 erzählt die Geschichte der Ärztin Claudia, die sich nach dem frühen Tod ihres Geliebten Henry in emotionaler Kälte eingerichtet hat. Der Text wurde zu einem der wichtigsten Werke der DDR-Literatur der achtziger Jahre. Er thematisiert Entfremdung und Gefühlskälte in einer Gesellschaft, die auf Funktionieren ausgerichtet ist.
Im Internet finden sich zahlreiche Interpretationen und Unterrichtsmaterialien zu diesem Werk. Die Novelle wird häufig in Schule und Universität behandelt.
Willenbrock
Der 2000 erschienene Roman erzählt die Geschichte des Autohändlers Bernd Willenbrock, der nach der Wende im Osten Deutschlands zu Wohlstand gekommen ist. Nach einem nächtlichen Ueberfall auf sein Wochenendhaus verändert sich sein Leben grundlegend. Der Roman wurde von der Kritik als praezise Analyse der Befindlichkeiten im wiedervereinigten Deutschland gelobt.
Rezensionen erschienen unter anderem in der Zeit, der Frankfurter Rundschau, der Neün Zürcher Zeitung und im Spiegel. Verschiedene Online-Archive bieten Zugang zu diesen Besprechungen.
Landnahme
Mit dem 2004 erschienenen Roman Landnahme wandte sich Hein dem Thema Flucht und Vertreibung zu. Der Roman erzählt die Geschichte des Bernhard Haber, der als Kind aus Schlesien vertrieben wird und in einer saechsischen Kleinstadt eine neue Heimat finden muss. Fünf verschiedene Erzähler berichten aus ihrer jeweiligen Perspektive über diesen Menschen, der sich mit Zähigkeit und Dickschaedeligkeit seinen Platz in der Gesellschaft erkämpft.
Der Roman wurde von der Kritik positiv aufgenommen. Die TAZ sprach von der mentalen Hauptstadt der DDR, die Frankfurter Rundschau lobte die genaue Beobachtung der Sitten der Provinz.
Politisches Engagement
Christoph Hein gehörte zu den Rednern bei der grossen Demonstration am 4. November 1989 in Berlin, kurz vor dem Fall der Maür. Seine Rede begann mit den Worten: Liebe mündig gewordene Mitbürger. Es gibt für uns alle sehr viel zu tun, und wir haben wenig Zeit für diese Arbeit.
Von 1998 bis 2000 war Hein Präsident des deutschen PEN-Zentrums. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1990 den ersten Erich-Fried-Preis, dessen Laudatio Hans Mayer hielt.
Wissenschaftliche Ressourcen
Für eine vertiefte wissenschaftliche Beschäftigung mit Heins Werk bietet die Universität Hamburg auf den Seiten ihres Virtüllen Seminars ein Primär- und Sekundärliteraturverzeichnis. David W. Robinson hat eine englischsprachige Christoph Hein Homepage mit bio-bibliografischen Informationen erstellt.
Hinweis
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