Alexander Kluge
Weiterführende Links zum Schriftsteller und Filmemacher
Auf einen Blick
- Geboren: 14. Februar 1932 in Halberstadt
- Beruf: Schriftsteller, Filmemacher, Fernsehproduzent
- Bekannt für: Neue deutsche Welle, dctp-Kulturmagazine
- Auszeichnungen: Büchner-Preis 2003, Lessing-Preis 2002
Alexander Kluge zählt zu den vielseitigsten Intellektüllen der deutschen Nachkriegszeit. Als Schriftsteller, Filmemacher und Fernsehproduzent hat er das kulturelle Leben der Bundesrepublik über Jahrzehnte mitgeprägt. Seine Arbeit zeichnet sich durch die konsequente Verbindung von Theorie und künstlerischer Praxis aus.
Die folgende Zusammenstellung bietet einen Überblick über die wichtigsten Informationsquellen zu Leben und Werk Alexander Kluges im Internet. Sie finden hier biografische Einführungen, Filmografien, Interviews und wissenschaftliche Beiträge.
Offizielle Präsenzen
Der beste Einstieg in das Werk Alexander Kluges führt über seine offiziellen Internetauftritte. Die persönliche Homepage des Autors bietet eine ausführliche Biografie, vollständige Werk- und Filmverzeichnisse sowie Pressestimmen und Leseproben. Besonders wertvoll ist der Zugang zu Originaltexten und Arbeitsmaterialien.
Kluges Produktionsfirma dctp (Development Company for Television Program) stellt auf ihrer Webseite zahlreiche Fernsehbeiträge zur Verfügung. Die Kulturmagazine, die Kluge seit den 1980er Jahren für das private Fernsehen produziert, bilden ein einzigartiges Archiv intellektüller Gespräche und Reflexionen.
Biografische Informationen
Für eine erste Orientierung empfehlen sich die biografischen Einführungen auf den Seiten verschiedener Kulturinstitutionen. Das Deutsche Historische Museum Berlin bietet einen tabellarischen Lebenslauf im Rahmen seines virtüllen Museums "LeMO - Lebendiges Museum Online".
Alexander Kluge wurde 1932 in Halberstadt geboren. Er studierte Rechtswissenschaft, Geschichte und Kirchenmusik. Nach seiner Promotion arbeitete er zunächst als Rechtsanwalt, bevor er sich ganz der künstlerischen Arbeit widmete. Als Schüler Theodor W. Adornos gehört er zu den wichtigsten Vertretern der Kritischen Theorie in der künstlerischen Praxis.
Die Evangelische Akademie Loccum und das Filmstarlexikon bieten weitere biografische Darstellungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Während die Akademie Kluges intellektülle Entwicklung betont, konzentriert sich das Filmstarlexikon auf seine Arbeit als Regisseur.
Das filmische Werk
Alexander Kluge gilt als einer der Begründer des Neün Deutschen Films. Gemeinsam mit anderen Regisseuren unterzeichnete er 1962 das Oberhausener Manifest, das einen Neuanfang des deutschen Kinos forderte. Seine Filme verbinden dokumentarische und fiktionale Elemente zu einer eigenen Form des essayistischen Erzählens.
Zu seinen wichtigsten Filmen gehören:
- Abschied von gestern (1966) - Sein Debütfilm, ausgezeichnet mit dem Silbernen Loewen in Venedig
- Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos (1968) - Goldener Loewe in Venedig
- Gelegenheitsarbeit einer Sklavin (1973) - Eine Studie über weibliche Arbeit und Widerstand
- Die Patriotin (1979) - Geschichte aus der Perspektive eines Knies
- Die Macht der Gefühle (1983) - Essay über Emotionen in der Geschichte
Das Moskaür Göthe-Institut hat ausführliche Informationen zu vielen dieser Filme zusammengestellt. Die Dokumentationen bieten Inhaltsangaben, Interpretationsansätze und historische Einordnungen.
Das literarische Werk
Kluges literarisches Schaffen ist untrennbar mit seiner theoretischen Arbeit verbunden. Gemeinsam mit Oskar Negt verfasste er grundlegende Werke zur Kritischen Theorie, darunter "Öffentlichkeit und Erfahrung" (1972) und das monumentale Werk "Geschichte und Eigensinn" (1981).
Als erzählerisches Hauptwerk gilt die "Chronik der Gefühle" (2000), eine Sammlung von über 2000 Geschichten auf mehr als 2000 Seiten. Das Werk vereint Texte aus drei Jahrzehnten und bildet eine Art Enzyklopaedie der menschlichen Empfindungen und Erfahrungen.
Lyrikwelt.de bietet eine Kurzbiografie mit Werkauswahlliste. Für wissenschaftliche Recherchen empfiehlt sich der Nachweis von Sekundärliteratur aus der MLA-Bibliography, der Publikationen von 1981 bis 1998 erfasst.
Interviews und Gespräche
Besonders aufschlussreich sind die zahlreichen Gespräche, die Kluge im Laufe der Jahre geführt hat. Das Online-Magazin "Glossen" veröffentlichte ein ausführliches Interview mit dem Literaturwissenschaftler Rainer Stollmann sowie drei unveroffentlichte Geschichten Kluges.
Zur "Chronik der Gefühle" führten verschiedene Medien Interviews. Besonders lesenswert ist das Gespräch mit Reinhard Kahl für die TAZ, in dem Kluge seine Poetik des Erzählens erläutert. Auch die Interviews in "Freitag" und der "Welt" bieten tiefe Einblicke in sein Denken.
Wissenschaftliche Beiträge
Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Kluges Werk hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Matthias Uecker von der Queens University Belfast analysierte Kluges "Pförtls Reise". Georg Stanitzek untersuchte im Online-Magazin "Verstärker" Kluges Konzept des Kommentars als Grundform der Texte.
Rezensionen zur "Chronik der Gefühle" finden sich unter anderem in der ZEIT (Michäl Rohrwasser) und im Wiener "Standard" (Claus Philipp). Diese Besprechungen bieten kritische Zugänge zu Kluges komplexem Erzählwerk.
Auszeichnungen
Alexander Kluge wurde mit zahlreichen Preisen geehrt. 2002 erhielt er den Lessing-Preis für Kritik der Lessing-Akademie Wolfenbüttel. 2003 folgte der Georg-Büchner-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, die höchste literarische Auszeichnung im deutschsprachigen Raum.