Sten Nadolny
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Sten Nadolny, geboren 1942 in Zehdenick an der Havel, zählt zu den erfolgreichsten deutschen Gegenwartsautoren. Sein Roman Die Entdeckung der Langsamkeit von 1983 wurde zu einem Klassiker und prägt bis heute Diskussionen über Zeit, Wahrnehmung und Lebensrhythmus.
Leben und Werk
Nadolny studierte Geschichte und Politikwissenschaft und promovierte 1978 mit einer Arbeit über die Aussenpolitik der Weimarer Republik. Seine schriftstellerische Tätigkeit begann er neben dem Beruf als Geschichtslehrer.
Biografische Informationen finden sich bei Lyrikwelt, auf den Seiten des Göthe-Instituts und in der Wikipedia. Ein Porträt auf der Website der Evangelischen Akademie Loccum gibt Einblicke in sein Denken.
Die Entdeckung der Langsamkeit
Der 1983 erschienene Roman erzählt das Leben des englischen Seefahrers und Entdeckers John Franklin (1786-1847). Der historische Franklin war bekannt für seine langsame Auffassungsgabe - eine Eigenschaft, die Nadolny zur Tugend umwertet. Der Roman präsentiert Langsamkeit als alternative Lebensform, als Widerstand gegen die Beschleunigung der modernen Welt.
Das Buch wurde mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet und in zahlreiche Sprachen übersetzt. Es hat Kultstatus erlangt und wird vielfach in Schule und Universität behandelt. Das ZDF präsentierte eine ausführliche Buchvorstellung.
Er oder Ich
Der 1999 erschienene Roman erzählt eine Deutschlandreise, bei der der Protagonist Ole Reuter in einen inneren Dialog mit sich selbst und seinen verschiedenen Persönlichkeitsanteilen tritt. Die Kritik war gespalten: Einige Rezensenten lobten die philosophische Tiefe, andere vermissten die Klarheit des Vorgängerwerks.
Rezensionen erschienen unter anderem in der Zeit, der Wiener Zeitung und bei Literaturkritik.de. Perlentaucher bietet eine Zusammenfassung verschiedener Besprechungen.
Der Ullsteinroman
Mit dem 2003 erschienenen Ullsteinroman wandte sich Nadolny der Geschichte der beruehmten Verlegerfamilie zu. Das epische Porträt umspannt mehrere Generationen und zeichnet zugleich ein Bild der deutsch-jüdischen Bourgeoisie im 20. Jahrhundert.
Rezensionen erschienen in zahlreichen Feuilletons. Petra Kipphoff schrieb in der Zeit von einer aufregenden, verwirrenden Geschichte. Das ZDF-Kulturmagazin aspekte stellte das Buch vor.
Poetik und Selbstaussagen
Nadolnys Poetikvorlesungen Das Erzählen und die guten Absichten aus dem Jahr 1990 geben Einblick in seine Arbeitsweise. In Interviews hat er sich wiederholt über sein Verhältnis zur Langsamkeit, zum Erzählen und zur deutschen Geschichte geäußert.
Das Deutsche Literaturinstitut Leipzig präsentiert seine Erzählung Der Meisterverführer. In der Zeitschrift Cicero veröffentlichte er den Text Ich mag keinen Smalltalk.
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