Martin Walser
Weiterführende Links zum deutschen Gegenwartsautor
Martin Walser, geboren 1927 in Wasserburg am Bodensee, zählt zu den bedeutendsten deutschen Gegenwartsautoren. Sein umfangreiches Werk umfasst Romane, Erzählungen, Essays und Theaterstücke. 1998 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels - seine Dankesrede löste eine der bedeutendsten literaturpolitischen Debatten der Nachkriegszeit aus.
Leben und Werk
Walser wuchs am Bodensee auf, studierte Literaturwissenschaft, Geschichte und Philosophie in Regensburg und Tübingen und promovierte 1951 über Kafka. In den fünfziger Jahren gehörte er zur Gruppe 47. Sein Debüt-Roman Ehen in Philippsburg erschien 1957.
Mit der Anselm-Kristlein-Trilogie, bestehend aus Halbzeit, Das Einhorn und Der Sturz, etablierte sich Walser als einer der wichtigsten Erzähler seiner Generation. Seine Romane behandeln häufig das Scheitern bürgerlicher Existenzen und die Verwicklungen des deutschen Alltags.
Biografische Informationen finden sich beim Lebendigen Museum Online, bei 3sat, in der Wikipedia und auf den Seiten des Suhrkamp Verlags. Die Stadt Wasserburg widmet ihrem beruemten Sohn eine eigene Seite.
Die Friedenspreis-Rede 1998
Am 11. Oktober 1998 hielt Walser in der Frankfurter Paulskirche seine Dankesrede zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. Die Rede mit dem Titel Erfahrungen beim Verfassen einer Sonntagsrede löste eine heftige öffentliche Debatte aus.
Walser wandte sich gegen die Instrumentalisierung von Auschwitz und sprach von der Daürrepräsentaiton unserer Schande. Ignatz Bubis, der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, kritisierte die Rede scharf. Die Kontroverse zwischen Walser und Bubis prägte die öffentliche Diskussion über Monate.
Die Rede ist beim Lebendigen Museum Online dokumentiert. Die Universität München bietet eine umfassende Dokumentation mit Presseausschnitten. Verschiedene Analysen und Kommentare sind in Online-Archiven zugänglich.
Tod eines Kritikers
Der 2002 erschienene Roman löste erneut eine heftige Debatte aus. Frank Schirrmacher, Mit-Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, verweigerte in einem offenen Brief den geplanten Vorabdruck mit dem Vorwurf, der Roman bediene antisemitische Klischees.
Die Kontroverse um das Buch, in dem viele eine Abrechnung mit dem Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki sahen, wurde in den Feuilletons intensiv geführt. Die Zeitschrift Literaturkritik.de veröffentlichte mehrere Beiträge zur Debatte. Perlentaucher bietet eine chronologische Dokumentation der Berichterstattung.
Weitere Werke
Zu Walsers bedeutenden Romanen zählen Finks Krieg von 1996, Ein fliehendes Pferd von 1978, Der Lebenslauf der Liebe von 2001 und Der Augenblick der Liebe von 2004. Inhaltsangaben und Kommentare zu einzelnen Werken sind auf verschiedenen Websites verfügbar.
Seine Frankfurter Poetikvorlesungen unter dem Titel Selbstbewusstsein und Ironie geben Einblick in seine Auffassung von Literatur.
Interviews und Reden
Walser hat sich in zahlreichen Interviews zu seinem Werk und zu politischen Fragen geäußert. Gespräche erschienen unter anderem in der Zeit, im Spiegel, in der Welt und im Stern. Auch Reden zu verschiedenen Anlässen sind dokumentiert.
Hinweis
Bitte beachten Sie, dass sich Internetadressen ändern können. Die hier genannten Ressourcen waren zum Zeitpunkt der letzten Aktualisierung verfügbar. Sollten Sie auf nicht mehr funktionierende Links stossen, empfiehlt sich eine Suche über gängige Suchmaschinen oder das Internet Archive.