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Rezension

Krimijahrbuch 2006

Ein Kompendium für Krimifreunde

Zuletzt aktualisiert: 31.08.2024

Bibliografische Angaben

  • Herausgeber: Dieter Paul Rudolph
  • Titel: Krimijahrbuch 2006
  • Verlag: NordPark Verlag, Wuppertal
  • Reihe: Krimi Kritik, Band 7
  • Umfang: 324 Seiten
  • ISBN: 3-935421-18-4
  • Preis: 20,00 Euro

Mit dem Krimijahrbuch 2006 legt der NordPark Verlag das erste Jahrbuch dieser Art seit 1990 vor. Herausgeber Dieter Paul Rudolph, bekannt durch seine Krimikolumnen in renommierten Publikationen, hat für dieses ambitionierte Projekt ausgewiesene Kenner der Szene versammelt.

Ein Füllhorn für Krimifreunde

Der Band bietet auf knapp dreihundert Seiten einen beeindruckenden Überblick über die deutsche und internationale Krimiszene. Er vereint Rezensionen und Interviews, Autorenportraits und Selbstaussagen, kritische Analysen kriminalliterarischer Phänomene und zwei äußerst unterhaltsame Kritikerstammtische.

Besonders hervorzuheben ist die Selbstdarstellung des englischen Autors David Peace, dessen Werk in Deutschland zunehmend Beachtung findet. Hinzu kommen Betrachtungen zum Phänomen des fiktionalen Serienmords sowie dreiundzwanzig Nachrufe auf verstorbene Autorinnen und Autoren des Genres.

Orientierung im Krimimarkt

Für Leserinnen und Leser, die Krimis nicht nur verschlingen, sondern auch einordnen und verstehen möchten, stellt dieses Jahrbuch eine wertvolle Orientierungshilfe dar. Während die Klassiker des Genres allgemein bekannt sind, fällt es oft schwer, sich in der Fülle der Neürscheinungen zurechtzufinden.

Das Jahrbuch hilft bei der Unterscheidung zwischen anspruchsvoller Kriminalliteratur und reiner Massenware. Namen wie Wolf Haas, Heinrich Steinfest, Fred Vargas oder die schwedischen Autoren Hakan Nesser und Arne Dahl stehen für literarisch ambitionierte Krimis, die über das Genre hinausweisen.

Zugänglich und fundiert

Erfreulich ist der Verzicht auf akademische Ueberheblichkeit. Das Buch kommt leichtfüssig daher, ist unterhaltsam geschrieben und verzichtet weitgehend auf jenen Fachjargon, der manche Leser abschreckt. Die Beiträge sind fundiert, aber allgemein verständlich gehalten.

Für künftige Ausgaben wären allerdings ein durchgehendes Inhaltsverzeichnis sowie ein Register der Namen und Werke wünschenswert. Diese kleinen Mängel schmälern jedoch nicht den Gesamteindruck eines gelungenen Nachschlagewerks.

Fazit

Das Krimijahrbuch 2006 ist eine empfehlenswerte Lektuere für alle, die sich ernsthaft mit Kriminalliteratur beschäftigen möchten. Es bietet Orientierung in einem unübersichtlichen Markt und lässt auf eine Fortsetzung hoffen, die das Jahrbuch zu einer festen Institution werden lässt.