Dunkle Machenschaften
John Grishams Roman über einen Anwalt im Strudel dubioser Pharmageschäfte
Buchdetails
- Autor: John Grisham
- Titel: Die Schuld
- Übersetzer: B. Liesen, B. Reiter, K. Ruhl
- Verlag: Heyne
- Seiten: 448
Ein zufälliger Auftrag
Clay Carter ist ein junger Anwalt, der durch Zufall einen wichtigen Auftrag angeboten bekommt. Er soll für einen Pharmakonzern die juristische Drecksarbeit erledigen. Als er auf dieses Angebot eingeht, rutscht er in einen Strudel von dunklen Geschäften und Intrigen. Dadurch gerät auch sein eigenes Leben nach und nach aus den Fugen.
John Grisham, am 8. Februar 1955 geboren, arbeitete früher als Anwalt für Zivil- und Strafrecht. Nach seiner Wahl ins Mississippi House of Representatives 1983 begann er erste Bücher zu schreiben. Seit 1992 veröffentlicht er jährlich mindestens ein Werk und gilt als einer der besten Autoren auf seinem Gebiet.
Der Fall Tequilla Watson
Clay Carter arbeitet als Pflichtverteidiger ohne grosse Karrierechancen in Washington. Eines Tages bekommt er den Fall Tequilla Watson zugeteilt. Der junge Mann hat scheinbar grundlos seinen Drogendealer erschossen. Clay ermittelt und entdeckt, dass die Tat von einem Medikament verursacht wurde, das illegal in Drogenentzugskliniken getestet wurde.
Bevor er weiter vorgehen kann, meldet sich Max Pace. Dieser bietet Clay an, für das betroffene Pharmaunternehmen zu arbeiten. Clay soll alle Opfer finden und dazu bringen, gegen Geld über die Geschichte zu schweigen. Er geht sofort darauf ein, kassiert fünf Millionen Gehalt und bekommt eine eigene Kanzlei.
Immer tiefer in den Strudel
Nach diesem Auftrag tritt Max Pace erneut an Clay heran. Wieder geht es um ein Pharmaunternehmen und ein Medikament. Diesmal soll Clay die Firma verklagen und finanziell zugrunde richten. Obwohl der Fall ihm bereits 300 Millionen einbringen wird, bereichert sich Clay zusätzlich durch Aktiengeschäfte. Mit einem Schlag wird er zu einem der bekanntesten Anwälte der USA.
Doch Max Pace vermittelt einen weiteren Auftrag, der noch heikler sein soll. Es gibt keine klaren Beweise, und niemand kann Clay helfen. Trotzdem wagt er sich an den Fall heran. Diesmal endet alles ganz anders als erwartet.
Kritik am Pharmageschäft
Grisham zeigt, wie es im Konkurrenzkampf zwischen grossen Pharmaunternehmen zugeht. Die grossen Verlierer sind die Opfer, oft schwer krank oder todkrank. Sie werden von den Firmen ausgenutzt, um sich gegenseitig aus dem Weg zu räumen. Die Anwälte kassieren astronomische Honorare, während die betroffenen Opfer nur einen geringen Anteil sehen.
Das Buch ist leicht zu lesen, da Grisham eine verständliche, moderne Sprache wählt. Die Handlung ist in drei bis vier Bloecke aufgeteilt, jedes Kapitel erzählt einen kurzen Zeitraum. An manchen Stellen fehlt Spannung, und Grisham geht zu sehr in reine Beschreibung über. Dennoch ist das Buch lesenswert. Es öffnet uns die Augen über vieles im Pharmageschäft, von dem die Öffentlichkeit wenig weiss. Es ist eine Mahnung an alle Anwälte, sich nicht auf dunkle Geschäfte einzulassen.