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Klassiker der Weltliteratur

Die großen Werke, die man gelesen haben sollte

Zuletzt aktualisiert: 22.12.2025

Klassiker der Weltliteratur
Meisterwerke der Weltliteratur

Die Weltliteratur umfasst Werke aus allen Kulturen und Epochen, die durch ihre universelle Bedeutung, ihre sprachliche Kraft oder ihren Einfluss auf nachfolgende Generationen herausragen. Diese Liste versammelt 40 Werke, die ich für unverzichtbar halte - nicht als starre Kanon, sondern als Einladung zur Entdeckung.

Die Auswahl konzentriert sich auf erzählende Literatur und Drama. Lyrik fehlt weitgehend, da sie einen eigenen Zugang erfordert und schwerer in Listen zu fassen ist.

Antike und Mittelalter

  1. Homer: Ilias und Odyssee (8. Jh. v. Chr.)
    Der Anfang der europäischen Literatur. Achills Zorn und Odysseus' Irrfahrten sind Urbilder des Erzählens.
  2. Sophokles: König Ödipus (um 429 v. Chr.)
    Das Schicksal lässt sich nicht überlisten. Freud benannte einen Komplex nach diesem Drama.
  3. Vergil: Aeneis (19 v. Chr.)
    Roms Gründungsmythos. Das Epos, das Europa prägte.
  4. Dante Alighieri: Die Göttliche Komödie (1321)
    Reise durch Hölle, Fegefeuer und Paradies. Italiens größtes Werk.
  5. Geoffrey Chaucer: Die Canterbury-Erzählungen (um 1400)
    Pilger erzählen Geschichten. Englands literarischer Gründungstext.

Renaissance und Barock

  1. Miguel de Cervantes: Don Quijote (1605/1615)
    Der erste moderne Roman. Ein Träumer kämpft gegen Windmühlen.
  2. William Shakespeare: Hamlet (um 1600)
    "Sein oder Nichtsein" - die Frage aller Fragen. Shakespeares tiefstes Drama.
  3. William Shakespeare: König Lear (1606)
    Ein König verstößt die falsche Tochter. Tragödie der Verblendung.
  4. John Milton: Das verlorene Paradies (1667)
    Satans Rebellion und der Sündenfall. Englands großes Epos.
  5. Molière: Der Menschenfeind (1666)
    Alceste gegen die Heuchelei der Welt. Zeitlose Komödie.

18. und 19. Jahrhundert

  1. Jonathan Swift: Gullivers Reisen (1726)
    Satire als Abenteuerroman. Riesen, Zwerge und sprechende Pferde.
  2. Jane Austen: Stolz und Vorurteil (1813)
    Elizabeth Bennet und Mr. Darcy. Der perfekte englische Roman.
  3. Stendhal: Rot und Schwarz (1830)
    Julien Sorel will aufsteigen. Psychologischer Realismus in Reinform.
  4. Honoré de Balzac: Vater Goriot (1835)
    Paris als Schlachtfeld. Die Comédie humaine beginnt.
  5. Emily Brontë: Sturmhöhe (1847)
    Heathcliff und Catherine. Leidenschaft bis in den Tod.
  6. Charles Dickens: Große Erwartungen (1861)
    Pip wird Gentleman. Dickens' reifster Roman.
  7. Gustave Flaubert: Madame Bovary (1857)
    Emma träumt vom anderen Leben. Der moderne Roman beginnt hier.
  8. Fjodor Dostojewski: Schuld und Sühne (1866)
    Raskolnikow ermordet eine Alte. Psychologie der Tat.
  9. Fjodor Dostojewski: Die Brüder Karamasow (1880)
    Vatermord und Gottessuche. Dostojewskis Vermächtnis.
  10. Leo Tolstoi: Krieg und Frieden (1869)
    Napoleons Russlandfeldzug als Familiensaga. Das Epos der Epik.
  11. Leo Tolstoi: Anna Karenina (1878)
    Eine Frau verlässt ihren Mann. Gesellschaft und Moral.
  12. Mark Twain: Die Abenteuer des Huckleberry Finn (1884)
    Ein Junge flieht auf dem Mississippi. Der amerikanische Roman.
  13. Henrik Ibsen: Nora (Ein Puppenheim) (1879)
    Eine Frau geht. Das Drama, das die Welt veränderte.
  14. Oscar Wilde: Das Bildnis des Dorian Gray (1890)
    Ein Portrait altert statt seines Besitzers. Ästhetizismus als Horror.
  15. Anton Tschechow: Der Kirschgarten (1904)
    Eine Familie verliert ihr Gut. Komödie des Untergangs.

Moderne: 20. Jahrhundert

  1. Marcel Proust: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (1913-1927)
    Eine Madeleine löst Erinnerungen aus. Das Monument der Moderne.
  2. James Joyce: Ulysses (1922)
    Ein Tag in Dublin. Der Roman, der alles veränderte.
  3. Virginia Woolf: Mrs Dalloway (1925)
    Ein Tag, eine Party, ein Leben. Bewusstseinsstrom in Perfektion.
  4. F. Scott Fitzgerald: Der große Gatsby (1925)
    Der amerikanische Traum und sein Scheitern. Jazzzeitalter als Tragödie.
  5. Ernest Hemingway: Der alte Mann und das Meer (1952)
    Ein Fischer gegen einen Fisch. Hemingways Essenz.
  6. William Faulkner: Schall und Wahn (1929)
    Der amerikanische Süden zerfällt. Erzähltechnisch bahnbrechend.
  7. Albert Camus: Der Fremde (1942)
    Meursault tötet einen Araber. Absurdität in 100 Seiten.
  8. George Orwell: 1984 (1949)
    Big Brother is watching you. Dystopie als Warnung.
  9. Samuel Beckett: Warten auf Godot (1952)
    Zwei Männer warten. Godot kommt nicht. Absurdes Theater.
  10. Gabriel García Márquez: Hundert Jahre Einsamkeit (1967)
    Die Familie Buendía in Macondo. Magischer Realismus.
  11. Toni Morrison: Menschenkind (1987)
    Sklaverei und ihre Geister. Nobelpreiswürdig.
  12. Salman Rushdie: Mitternachtskinder (1981)
    Indien wird unabhängig, ein Kind wird geboren. Postkoloniale Pracht.
  13. Umberto Eco: Der Name der Rose (1980)
    Mord im mittelalterlichen Kloster. Gelehrsamkeit als Krimi.
  14. Haruki Murakami: Kafka am Strand (2002)
    Japanische Surrealität. Murakami für Einsteiger.
  15. Chimamanda Ngozi Adichie: Americanah (2013)
    Nigeria, Amerika und zurück. Der globale Roman unserer Zeit.

Zum Lesen ermutigen

Diese Liste soll nicht einschüchtern, sondern ermutigen. Beginnen Sie mit einem Buch, das Sie anspricht - nicht mit dem, das am wichtigsten scheint. Proust kann warten, wenn Ihnen gerade nach Agatha Christie ist. Hauptsache, Sie lesen.