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Literaturpreise

Der Deutsche Krimipreis

Der älteste Kritikerpreis für Kriminalliteratur im deutschsprachigen Raum

Zuletzt aktualisiert: 22.01.2026

Noir-Atmosphaere mit Lupe und Manuskript
Deutscher Krimipreis: Auszeichnung fuer Spannung

Auf einen Blick

  • Gründung: 1985
  • Dotierung: Undotiert (Ehrenpreis)
  • Träger: Bochumer Krimi-Archiv
  • Kategorien: National und International (je 1.-3. Platz)

Der Deutsche Krimipreis ist der älteste und angesehenste Kritikerpreis für das Krimi-Genre im deutschsprachigen Raum. Seit 1985 wird er jährlich vom Bochumer Krimi-Archiv und einer aus Literaturwissenschaftlern, Buchhändlern und Kritikern bestehenden Jury verliehen.

Zielsetzung und Vergabe

Mit dem Preis werden Autorinnen und Autoren gewürdigt, die dem Genre literarisch gekonnt und inhaltlich originell neue Impulse geben. Die Auszeichnungen werden in den Kategorien National und International verliehen, wobei jeweils ein erster, zweiter und dritter Platz vergeben wird. Im Unterschied zu vielen anderen Literaturpreisen ist der Deutsche Krimipreis nicht dotiert - es handelt sich um einen reinen Ehrenpreis.

Seit 2003 wird der Preis im Rahmen des Krimifestivals München überreicht. Im selben Jahr wurde erstmals eine besondere Anerkennung für einen Verlag ausgesprochen.

Bedeutung für das Genre

Der Deutsche Krimipreis hat sich als wichtige Orientierungshilfe für Leserinnen und Leser etabliert, die nach anspruchsvoller Kriminalliteratur suchen. Die Preisträgerliste dokumentiert die Entwicklung des Genres über mehrere Jahrzehnte und zeigt, wie sich der Krimi von der reinen Unterhaltungsliteratur zur ernstzunehmenden literarischen Gattung entwickelt hat.

Nationale Preisträger

Zu den mehrfach ausgezeichneten deutschen Autoren zählen Peter Zeindler, der den ersten Platz 1986, 1988, 1990 und 1992 erhielt, sowie D.B. Blettenberg mit ersten Plätzen 1989, 1995 und 2004. Pieke Biermann gewann 1991 und 1994, Robert Hueltner 1996 und 1998.

Weitere bedeutende Preisträger sind Bernhard Schlink (1993 für Selbs Betrug), Wolf Haas (1999 für Komm, süsser Tod), Thea Dorn (2000 für Die Hirnkönigin), Ulrich Ritzel (2001 und 2010), Friedrich Ani (2002 und 2003) und Andrea Maria Schenkel (2007 und 2008 für Tannöd und Kalteis).

Internationale Preisträger

In der internationalen Kategorie dominierte lange Zeit Ross Thomas, der den ersten Platz 1986, 1987, 1990 und 1996 erhielt. James Ellroy gewann 1989 und 1992. Weitere bedeutende internationale Preisträger sind Carl Hiaasen (1994), Philip Kerr (1995 und 1997), Patricia Melo (1998), Jean-Claude Izzo (2001), Garry Disher (2000 und 2002), Fred Vargas (2004), Ian Rankin (2005), David Peace (2006 und 2010), James Sallis (2008) und Don Winslow (2011).

Ausgewählte Preisträger (National, 1. Platz)

  • 1985: Helga Riedel
  • 1989: D.B. Blettenberg (Farang)
  • 1991: Pieke Biermann (Violetta)
  • 1993: Bernhard Schlink (Selbs Betrug)
  • 1996: Robert Hueltner (Inspektor Kajetan und die Sache Koslowski)
  • 1999: Wolf Haas (Komm, süsser Tod)
  • 2000: Thea Dorn (Die Hirnkönigin)
  • 2003: Friedrich Ani (Süden-Reihe)
  • 2007: Andrea Maria Schenkel (Tannöd)
  • 2009: Linus Reichlin (Die Sehnsucht der Atome)

Ausgewählte Preisträger (International, 1. Platz)

  • 1985: Alan Furst
  • 1986: Ross Thomas (Mördermission)
  • 1989: James Ellroy (Die schwarze Dahlie)
  • 1991: Derek Raymond (Ich war Dora Suarez)
  • 1995: Philip Kerr (Das Wittgenstein-Programm)
  • 1998: Patricia Melo (O Matador)
  • 2001: Jean-Claude Izzo (Chourmor)
  • 2004: Fred Vargas (Fliehe weit und schnell)
  • 2006: David Peace (1974)
  • 2008: James Sallis (Driver)
  • 2011: Don Winslow (Tage der Toten)