Ernst Toller
Forschungsliteratur zum expressionistischen Dramatiker
Ernst Toller (1893-1939) gehört zu den bedeutendsten deutschen Dramatikern der Weimarer Republik. Als führender Vertreter des expressionistischen Theaters verband er künstlerisches Schaffen mit politischem Engagement. Seine Beteiligung an der Münchner Räterepublik 1919 führte zu fünf Jahren Festungshaft, in der einige seiner wichtigsten Werke entstanden. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten emigrierte er und nahm sich 1939 im New Yorker Exil das Leben.
Biographien und Gesamtdarstellungen
- Dove, Richard: Ernst Toller. Ein Leben in Deutschland. Aus dem Englischen v. Marcel Hartges. Göttingen 1993.
- Droop, Fritz: Toller und seine Buehnenwerke. Mit selbstbiographischen Notizen des Dichters. Berlin 1922.
- Petersen, Carol: Ernst Toller. In: Expressionismus als Literatur. Gesammelte Studien. Hrsg. v. Wolfgang Rothe. Bern und München 1969. S. 572-584.
Expressionistisches Drama
- Durzak, Manfred: Das expressionistische Theater. Ernst Barlach - Ernst Toller - Fritz von Unruh. München 1979.
- Mazellier-Grünbeck, Catherine: Le théâtre expressionniste et le sacré. Georg Kaiser, Ernst Toller, Ernst Barlach. Bern, Berlin, Frankfurt/M. u.a. 1994. (Collection Contacts, Série I, Theatrica, Vol. 16)
Dramaturgische Entwicklung
- Grunow-Erdmann, Cordula: Die Dramen Ernst Tollers im Kontext ihrer Zeit. Heidelberg 1994. (Beiträge zur neueren Literaturgeschichte 133)
- Marnette, Hans: Untersuchungen zum Inhalt-Form-Problem in Ernst Tollers Dramen. Diss. Potsdam 1963.
- Rothstein, Sigurd: Der Traum von der Gemeinschaft. Kontinuität und Innovation in Ernst Tollers Dramen. Frankfurt/M. 1987.
- Souchay, Dorothea: Der Wandel der dramatischen Darstellungsform im Werk Ernst Tollers 1919-1930. Diss. Bochum 1968.
Politik und Literatur
- Frühwald, Wolfgang u. John M. Spalek (Hrsg.): Der Fall Toller. Kommentar und Materialien. München 1979.
- Hermand, Jost (Hrsg.): Zu Ernst Toller. Drama und Engagement. Stuttgart 1981.
- Lixl, Andreas: Ernst Toller und die Weimarer Republik 1918-1933. Heidelberg 1986. (Beiträge zur neueren Literaturgeschichte 74)
- Neuhaus, Stefan; Selbmann, Rolf u. Thorsten Unger (Hrsg.): Ernst Toller und die Weimarer Republik. Ein Autor im Spannungsfeld von Literatur und Politik. Würzburg 1999. (Schriften der Ernst-Toller-Gesellschaft 1)
- Reso, Martin: Die Novemberrevolution und Ernst Toller. In: Weimarer Beiträge 5 (1959). S. 387-409.
Autobiographie und Ideologie
- Descourvières, Benedikt: Das In-Bewegung-Setzen des Unbewegten. Ernst Tollers "Eine Jugend in Deutschland" und Louis Althussers Ideologietheorie. In: Ernst Toller und die Weimarer Republik. Würzburg 1999. S. 59-70.
Hinweise zur Forschungslage
Die Toller-Forschung hat seit den 1970er Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Die Gründung der Ernst-Toller-Gesellschaft hat die wissenschaftliche Beschäftigung mit seinem Werk gefördert. Besonders die Verbindung von ästhetischem Anspruch und politischem Engagement in seinen Dramen bietet weiterhin Anlass zu Diskussionen. Tollers Autobiographie "Eine Jugend in Deutschland" (1933) gilt als eines der wichtigsten Zeugnisse der Weimarer Republik.