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Sekundärliteratur

Aufklärung

Forschungsliteratur zur Literatur des 18. Jahrhunderts

Zuletzt aktualisiert: 04.07.2024

Die Aufklärung, jene geistige Bewegung des 18. Jahrhunderts, die Vernunft und Bildung in den Mittelpunkt stellte, hat eine umfangreiche Forschungsliteratur hervorgebracht. Die folgende Zusammenstellung bietet einen Überblick über wichtige Studien zu dieser Epoche.

Grundlegende Einführungen

Peter-Andre Alt hat mit seinem Lehrbuch Aufklärung (Stuttgart/Weimar 1996) eine moderne Gesamtdarstellung vorgelegt. Ernst Cassirers philosophiegeschichtliche Studie Die Philosophie der Aufklärung (Tübingen 1932) ist nach wie vor ein Klassiker. Peter Pütz veröffentlichte einen Forschungsbericht in den Erträgen der Forschung (Darmstadt 1978) sowie einen Sammelband zur Erforschung der deutschen Aufklärung (Königstein 1980).

Paul Hazards La pensee europeenne au 18e siecle (Paris 1946, deutsch: Die Herrschaft der Vernunft, Hamburg 1949) bietet eine europaeische Perspektive. Nicolao Merker führte in die Aufklärung in Deutschland ein (München 1981).

Drama und Theater der Aufklärung

Horst Steinmetz veröffentlichte in der Sammlung Metzler eine einflussreiche Studie zur Komödie der Aufklärung (3. Aufl. Stuttgart 1978). Helmut Koopmann legte einen Kommentar zum Drama der Aufklärung vor (München 1979). Das deutsche Drama von Gottsched bis Lessing wurde von Steinmetz historisch überblickt (Stuttgart 1987).

Alberto Martino behandelte die Geschichte der dramatischen Theorien in Deutschland im 18. Jahrhundert (Tübingen 1972). Georg-Michäl Schulz gab einen kommentierten Band mit Lustspielen der Aufklärung heraus (Stuttgart 1986).

Komödie und Lustspiel

Das deutsche bürgerliche Lustspiel der Frühaufklärung wurde von Hans Friederici untersucht (Halle 1957). Werner Rieck analysierte das Lustspiel von Weise bis zur Gottschedin (Potsdam 1963). Diethelm Brüggemann widmete sich der Saechsischen Komödie (Köln/Wien 1970).

Rüdiger van den Boom untersuchte die Bedienten und das Herr-Diener-Verhältnis in der deutschen Komödie der Aufklärung (Frankfurt 1979). John Walter van Cleve analysierte die Rezeption der Komödie während der frühen Aufklärung (Bern/Frankfurt/Las Vegas 1980).

Satire und Witz

Helmut Arntzen untersuchte die Satiretheorie der Aufklärung (1974). Jürgen Jacobs analysierte die Satire der frühen Aufklärung am Beispiel von Rabener und Liscow (GRM 1968). Paul Boeckmann behandelte das Formprinzip des Witzes in der Frühzeit der deutschen Aufklärung (1949, Neuauflage 1973).

Roman und Prosa

Dieter Kimpel veröffentlichte eine Studie zum Roman der Aufklärung (2. Aufl. Stuttgart 1977). Jürgen Jacobs behandelte die Prosa der Aufklärung einschliesslich Moralischer Wochenschriften, Autobiographie, Satire und Roman (München 1976). Wolfgang Martens analysierte die Moralischen Wochenschriften als Botschaft der Tugend (Stuttgart 1971).

Lyrik der Aufklärung

Helmut Paustian untersuchte die Lyrik der Aufklärung als Ausdruck der seelischen Entwicklung von 1710 bis 1770 (Berlin 1933). Wolfgang Martens widmete sich der Naturlyrik der frühen Aufklärung (1978). Christoph Siegrist analysierte das Lehrgedicht der Aufklärung (Stuttgart 1974).

Hans-Georg Kemper behandelte Gottesbenbildlichkeit und Naturnachahmung im Saekularisierungsprozess (Tübingen 1981). Uwe-K. Ketelsen untersuchte die Naturpoesie der norddeutschen Frühaufklärung (Stuttgart 1974).

Gesellschaft und Kultur

Richard van Duelmen analysierte die Gesellschaft der Aufklärer (Frankfurt 1986). Ernst Ermatinger behandelte die deutsche Kultur im Zeitalter der Aufklärung (Neuausgabe Frankfurt 1969). Hans Erich Bödiker untersuchte die Aufklärung als Kommunikationsprozess (1987).

Guenter Sasse analysierte die aufgeklärte Familie im Drama der Aufklärung (Tübingen 1988). Peter Seibert behandelte den literarischen Salon zwischen Aufklärung und Vormärz (Stuttgart/Weimar 1993).

Philosophische Grundlagen

Horst-Michäl Schmidt untersuchte Sinnlichkeit und Verstand in der deutschen Aufklärung (München 1982). Werner Schneiders behandelte das Selbstverständnis der Aufklärung in Die wahre Aufklärung (Freiburg/München 1974). Herbert Dieckmann veröffentlichte Studien zur europaeischen Aufklärung (München 1974).

Norbert Hinske gab den Band Was ist Aufklärung? mit Beiträgen aus der Berlinischen Monatsschrift heraus (2. Aufl. Darmstadt 1977). Max Horkheimer und Theodor W. Adorno legten ihre kritische Dialektik der Aufklärung vor (Amsterdam 1947).

Spezialstudien

Matthias Luserke untersuchte die Bändigung der wilden Seele (Stuttgart/Weimar 1995). Christian Begemann analysierte Furcht und Angst im Prozess der Aufklärung (Frankfurt 1987). Gabriele Dürbeck behandelte Einbildungskraft und Aufklärung (Tübingen 1998).

Heinz Hillmann untersuchte das Wunderbare in der Dichtung der Aufklärung (DVjs 1969). Wolfgang Albrecht behandelte die literarische Spätaufklärung in Fallstudien (Tübingen 1997).