Basisliteratur Theaterwissenschaft
Einführungen, Handbücher und Nachschlagewerke
Die Theaterwissenschaft hat sich als eigenständige akademische Disziplin etabliert und verfügt über eine reiche Basisliteratur. Von grundlegenden Einführungen über umfassende Handbücher bis zu spezialisierten Zeitschriften bietet das Feld vielfältige Zugänge für Studierende und Interessierte.
Einführungen
Erika Fischer-Lichte veröffentlichte die dreibändige Semiotik des Theaters (Tübingen 1983), die das System der theatralischen Zeichen, das Theater des Barock und der Aufklärung sowie die Aufführung als Text behandelt. Renate Moehrmann gab den Band Theaterwissenschaft heute heraus (Berlin 1990).
Hans Knudsen legte eine Methodik der Theaterwissenschaft vor (Stuttgart 1971). Arthur Kutscher veröffentlichte einen Grundriss der Theaterwissenschaft (2. Aufl. München 1949). Dietrich Steinbeck verfasste eine Einleitung in die Theorie und Systematik der Theaterwissenschaft (Berlin 1970).
Der Sammelband Arbeitsfelder der Theaterwissenschaft erschien im Forum modernes Theater (Tübingen 1994) mit Aufsätzen zu theoriebezogener Theatergeschichte und zur Ästhetik des Gegenwartstheaters.
Handbücher zur Theatergeschichte
Heinz Kindermann veröffentlichte das monumentale Werk Theatergeschichte Europas in zehn Bänden (Salzburg 1957-1976), das von der Antike bis zum Impressionismus reicht. Manfred Brauneck begann Die Welt als Buehne. Geschichte des europaeischen Theaters (Stuttgart 1993 ff.).
Erika Fischer-Lichte legte eine Kurze Geschichte des deutschen Theaters vor (Tübingen 1993). Friedrich Michäl und Hans Daiber veröffentlichten eine Geschichte des deutschen Theaters (Frankfurt 1990). Herbert A. Frenzel dokumentierte Daten zur Theatergeschichte 1470-1840 (München 1979).
The Cambridge Guide to World Theatre (Cambridge 1990) und der Cambridge Guide to American Theatre (Cambridge 1993) bieten internationale Perspektiven.
Lexika und Nachschlagewerke
Wilhelm Kosch veröffentlichte das mehrteilige Deutsches Theater-Lexikon als biographisches und bibliographisches Handbuch (Klagenfurt 1953 ff.). C. Bernd Sucher gab das zweibändige Theaterlexikon heraus, das Personen (2. Aufl. München 1996) und Begriffe (München 1996) behandelt.
Die Enciclopedia dello spettacolo (Rom 1954-1962) umfasst etwa 30.000 Artikel zum Welttheater. Das International Dictionary of Theatre (Chicago/London 1992-1996) behandelt in drei Bänden Stücke, Dramatiker sowie Schauspieler, Regisseure und Buehnenbildner.
Bibliographien
Franz Hadamowsky veröffentlichte die umfassende Bücherkunde deutschsprachiger Theaterliteratur in drei Teilen (Wien/Köln/Graz 1982-1988), die etwa 22.700 Titel zum Gesamtbereich des Theaters erfasst. Die International Bibliography of Theatre erscheint seit 1983 (New York).
Otto G. Schindler stellte eine Bibliographie für das Studium der Theaterwissenschaft zusammen (6. Ausg. Wien 1978) mit 2300 Titeln zu Theorie, Methodik und Geschichte.
Theaterwissenschaftliche Zeitschriften
Maske und Kothurn erscheint seit 1955 als internationale Beiträge zur Theaterwissenschaft vom Institut für Theaterwissenschaft an der Universität Wien. Theater heute (seit 1960) ist die führende deutschsprachige Theaterzeitschrift. Die Deutsche Buehne erscheint seit 1909 als Theatermagazin des Deutschen Buehnenvereins.
Theater der Zeit ist die Nachfolgepublikation der gleichnamigen DDR-Zeitschrift und erscheint seit 1993 in Essen.
Dramentheorie und Dramengeschichte
Erika Fischer-Lichte veröffentlichte eine Geschichte des Dramas in zwei Bänden (Tübingen 1990). Walter Hinck gab das Handbuch des deutschen Dramas heraus (Düsseldorf 1980). Dieter Kafitz legte Grundzüge einer Geschichte des deutschen Dramas von Lessing bis zum Naturalismus vor (Frankfurt 1982).
Volker Klotz' Geschlossene und offene Form im Drama (erstmals 1960, 11. Aufl. München 1985) ist ein Klassiker der Dramenanalyse. Manfred Pfister veröffentlichte Das Drama. Theorie und Analyse (4. Aufl. München 1984).
Schauspielführer
Der Schauspielführer, begründet von Joseph Gregor und fortgeführt von Margret Dietrich, enthält Inhaltsreferate der bedeutendsten Theaterstücke der Weltliteratur (Stuttgart 1953 ff.). Der Reclam Schauspielführer (14. Aufl. Stuttgart 1978) bietet eine handliche Übersicht.
Siegfried Kienzle veröffentlichte einen Schauspielführer der Gegenwart mit Interpretationen zum Theater heute (5. Aufl. Stuttgart 1990).
Musiktheater
Pipers Enzyklopaedie des Musiktheaters (München/Zürich 1986-1994) behandelt in acht Bänden Oper, Operette, Musical und Ballett. The New Grove Dictionary of Opera (London/New York 1992) umfasst vier Bände. Horst Seeger veröffentlichte ein Opern-Lexikon (Wilhelmshaven u.a. 1979).
Film
Die Fischer Filmgeschichte in fünf Bänden (Frankfurt 1994) behandelt die Entwicklung von den Anfängen bis zur Gegenwart. James Monaco veröffentlichte Film verstehen als Einführung in Kunst, Technik und Theorie des Films (Reinbek 1995). Das Lexikon des Internationalen Films umfasst zehn Bände (Reinbek 1987).
Knut Hickethier legte eine Film- und Fernsehanalyse vor (2. Aufl. Stuttgart/Weimar 1996). Die Geschichte des deutschen Films erschien 1993 (Stuttgart/Weimar).