Stadtschreiber von Bergen-Enkheim
Einer der renommiertesten deutschen Stadtschreiber-Preise
Auf einen Blick
- Verliehen seit: 1974
- Stifter: Stadt Bergen-Enkheim / Kulturgesellschaft Bergen-Enkheim
- Dotierung: ca. 15.000 Euro plus Wohnrecht
- Vergabe: jährlich, Bekanntgabe Ende August
Geschichte und Konzeption
Der Literaturpreis "Stadtschreiber von Bergen-Enkheim" wird seit 1974 von der Stadt Bergen-Enkheim bei Frankfurt am Main und der Kulturgesellschaft Bergen-Enkheim verliehen. Eine Jury wählt die Preisträgerin oder den Preisträger, die für ein Jahr kostenlos im Stadtschreiberhaus wohnen und arbeiten können. Hinzu kommt ein Geldpreis.
Die Auszeichnung dient der Förderung freier Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die sich um die Bewahrung und lebendige Weiterentwicklung der deutschen Sprache verdient gemacht haben. Der Preis zählt mittlerweile zu den bekanntesten Stadtschreiber-Auszeichnungen in Deutschland.
Preisträger (Auswahl)
Die Liste der Preisträger liest sich wie ein Who's Who der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Unter den Ausgezeichneten finden sich zahlreiche Autorinnen und Autoren, die später weitere bedeutende Preise erhielten.
Die frühen Jahre (1974-1984)
Den Auftakt machte 1974/75 Wolfgang Koeppen, der von Marcel Reich-Ranicki gewürdigt wurde. Es folgten Karl Krolow (Laudator: Guenter Grass), Peter Rühmkorf (Laudator: Walter Jens) und Peter Härtling (Laudator: Alfred Grosser). Nicolas Born, Helga M. Novak, Dieter Kuehn, Peter Bichsel und Jurek Becker setzten die Reihe fort.
Die mittleren Jahre (1985-1995)
Ludwig Fels, Gerhard Köpf, Ulla Hahn und Eva Demski wurden in dieser Phase ausgezeichnet. Bemerkenswert ist die Wahl von Robert Gernhardt (1991/92), dessen komisches Talent hier früh Anerkennung fand. Ralf Rothmann, Paul Nizon, Josef Winkler und Herta Müller erweiterten das Spektrum.
Jüngere Preisträger
Wilhelm Genazino, Arnold Stadler, Wulf Kirsten, Peter Kurzeck und Wolfgang Hilbig gehörten zu den später Geehrten. Mit Uwe Timm (2002/03) wurde ein Autor ausgezeichnet, dessen Werk breiteste Anerkennung gefunden hat.
Die Laudatoren
Zur Tradition des Preises gehört die Würdigung durch namhafte Laudatoren. Max Frisch sprach für Peter Bichsel, Martin Walser für Nicolas Born, Erich Fried für Gerhard Köpf. Diese Verbindung von Preisträgern und Laudatoren spiegelt die Vernetzung innerhalb der deutschsprachigen Literaturszene.
Dokumentation
Die Festreden der Jahre 1974 bis 1998 sind dokumentiert im Band "Zeltreden", herausgegeben von Wolfgang Mistereck und Adrienne Schneider (Wallstein Verlag, Göttingen 1998). Diese Sammlung bietet einen wertvollen Einblick in die Selbstverständigung der deutschen Literatur über mehrere Jahrzehnte.