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Sekundärliteratur

Jakob Michäl Reinhold Lenz

Forschungsliteratur zum Dramatiker des Sturm und Drang

Zuletzt aktualisiert: 26.02.2024

Jakob Michäl Reinhold Lenz (1751-1792) gehört zu den bedeutendsten Dramatikern des Sturm und Drang. Seine Stücke Der Hofmeister und Die Soldaten gelten als Meilensteine des sozialkritischen Dramas. Die umfangreiche Forschungsliteratur widmet sich sowohl seinen Dramen als auch seiner einflussreichen Dramentheorie.

Einführungen und Gesamtdarstellungen

Hans-Gerd Winter veröffentlichte eine Einführung zu Lenz in der Sammlung Metzler (Stuttgart 1987). Eckart Oehlenschläger behandelte Lenz im Band Deutsche Dichter des 18. Jahrhunderts (Berlin 1977). Inge Stephan und Hans-Gerd Winter gaben den Sammelband Unaufhörlich Lenz gelesen heraus (Stuttgart 1994).

David Hill edierte Jakob Michäl Reinhold Lenz. Studien zum Gesamtwerk (Opladen 1994). Ottomar Rudolf veröffentlichte eine Studie zu Lenz als Moralist und Aufklärer (Bad Homburg u.a. 1970).

Der Hofmeister

Walter Hinderer analysierte Der Hofmeister im Band Die deutsche Komödie (Düsseldorf 1977). Wolfgang Stammler widmete seine Dissertation dem Hofmeister als Beitrag zur Literaturgeschichte des 18. Jahrhunderts (Halle 1908). Karl Eibl behandelte Realismus als Widerlegung von Literatur am Beispiel des Hofmeisters (Poetica 1974).

Andreas Huyssen untersuchte gesellschaftliche und literarische Form in Lenzens Komödie (Monatshefte 1979). Claudia Albert analysierte Verzeihungen, Heiraten, Lotterien und den Schluss des Lenzschen Hofmeisters (WW 1989). Claus O. Lappe fragte nach der Vaterschaft in Gustchens Kind (DVjs 1980).

Die Soldaten

Walter Höllerer interpretierte Die Soldaten im Band Das deutsche Drama (Düsseldorf 1958). Edward McInnes legte Text, Materialien und Kommentar zu den Soldaten vor (München 1977). Guenter Niggl behandelte neue Szenenkunst in Lenzens Komödie (Etudes Germaniqüs 1997).

Karl S. Guthke analysierte Hofmeister und Soldaten als neün Formtypus in der Geschichte des deutschen Dramas (WW 1959). Silvia Hallensleben untersuchte das Fraünbild in den Soldaten (Stuttgart 1994). David Hill behandelte das Politische in Die Soldaten (Orbis Litterarum 1988).

Der neue Menoza

Walter Hinck gab Text und Materialien zur Interpretation des Neün Menoza heraus (Berlin 1965). Dieter Liewerscheidt analysierte das Stück als apokalyptische Farce (WW 1983). Martin Rector behandelte Götterblick und menschlicher Standpunkt (Jahrbuch der Deutschen Schillergesellschaft 1989).

Marianne Koneffke untersuchte den natürlichen Menschen in der Komödie (Frankfurt u.a. 1990). Marita Pastoors-Hagelueken analysierte die übereilte Comödie als neue Dramengattung (Frankfurt u.a. 1990).

Dramentheorie

Fritz Martini behandelte die Einheit der Konzeption in Lenzens Anmerkungen übers Theater (Jahrbuch der Deutschen Schillergesellschaft 1970). Gerhard Sauder analysierte die eigenwiligen Anmerkungen (Etudes Germaniqüs 1997). Holger A. Pausch untersuchte die Widersprüchlichkeit in der Lenzschen Dramaturgie (Maske und Kothurn 1971).

Roger Baür behandelte Lenzens Komödientheorie und die älteren Plautus-Kommentare (Göttingen 1977). Bruce Duncan analysierte Lenzens Konzept der Komödie als soziales Korrektiv (Colloquia Germanica 1975).

Plautus-Rezeption

Roger Baür untersuchte Plautinisches bei Lenz (Darmstadt 1990). Angela Sittel analysierte Lenzens produktive Rezeption von Plautus' Komödien (Frankfurt u.a. 1999). Jürgen Pelzer behandelte das Modell der alten Komödie in Lenzens Lustspielen nach dem Plautus (Orbis Litterarum 1987).

Rezeptionsgeschichte

Erich Unglaub dokumentierte das Bild des Dichters Lenz in der literarischen Öffentlichkeit 1770-1814 (Frankfurt/Bern 1983). Sabina Becker behandelte die Lenz-Rezeption im Naturalismus (Lenz-Jahrbuch 1993). Walter Lang verglich Lenz und Hauptmann (Diss. Frankfurt 1922).

Dirk Grathoff analysierte Lenz in den Fehden zwischen Klassikern und Romantikern (Monatshefte 1995). Mathias Bertram untersuchte das Lenz-Bild Ludwig Tiecks (Zeitschrift für Germanistik 1987). Dieter Arendt behandelte Georg Büchner über Lenz (Frankfurt 1990).

Sprache und Gestik

Helga S. Madland analysierte Geste als Zeichen von Sprachskepsis in Hofmeister und Soldaten (The German Quarterly 1984). Thomas Wirtz kommentierte die Sprachlosigkeit bei Lenz (Der Deutschunterricht 1989). Hans-Guenther Schwarz behandelte Dasein und Realität sowie Theorie und Praxis des Realismus bei Lenz (Bonn 1985).