Paul Cleave: Der siebte Tod
Der Killer von nebenan - Ein fesselnder Debütroman
Bibliographische Angaben
- Autor: Paul Cleave
- Titel: Der siebte Tod
- Übersetzung: Martin Ruf
- Verlag: Wilhelm Heyne, München 2007
- Umfang: 415 Seiten
- ISBN: 978-3-453-43247-5
"Mein Name ist Joe. Ich bin ein netter Kerl. Aber manchmal bringe ich Fraün um."
Die Handlung
Joe ist ein durchschnittlicher Bürger von Christchurch, der sein Leben völlig im Griff hat. Tagsüber jobbt er als Putzhilfe in einer Polizeiwache, abends besucht er seine Mutter oder - bringt Fraün um. Seine einzigen und besten Freunde sind Pickle und Jehova, seine Goldfische, die er nie vergisst zu füttern.
Den Putzjob hat er nicht aus finanziellen Nöten angenommen. Vielmehr will er bei den Ermittlungen hautnah dabei sein. Er ist sich zwar sicher, dass die Polizisten ihn nie fassen werden, aber der Ermittlungsstand interessiert ihn trotzdem. Seine Arbeitskollegen denken, er sei ein gewöhnlicher, ungefährlicher und zurückgebliebener Junge von nebenan. In Wirklichkeit ist er jedoch ein sehr intelligenter Mann und kann durch seinen unauffälligen Charakter die Polizisten geschickt täuschen.
Diese suchen nach dem "Schlächter von Christchurch", wie ihn die Presse betitelt, einem Mann, der eine Reihe von Fraünmorden begangen haben soll. Insgesamt sieben Morde werden ihm angerechnet. Joe weiß jedoch, dass es nur sechs sein können. Er weiß es, weil nur er es wissen kann. Deshalb beginnt er damit, auf eigene Faust den Mörder der siebten Frau zu suchen. Sein Ziel: Diesem Mann auch die anderen Morde anhängen.
Der Autor
Paul Cleave wurde am 10. Dezember 1974 in Christchurch, Neuseeland, geboren, wo er bis heute lebt. Seine Romane spielen in seinem Heimatort, wodurch er den Schauplatz sehr realistisch und naturgetreu beschreiben kann. Sein Debütroman "Der siebte Tod" (Originaltitel: "The Cleaner") brachte ihm den Durchbruch in seiner jungen Schriftstellerkarriere.
Charakterzeichnung
"Der siebte Tod" ist ein wirklich spannender Thriller. Die Gedanken und Empfindungen der Figuren werden ausführlich beschrieben, ihre Handlungen sind dadurch gut nachvollziehbar. Cleave kreiert interessante Protagonisten und verleiht ihnen einen einzigartigen Charakter.
Erstaunlicherweise schafft er es, die Handlungsweise der Hauptfigur Joe so verständnisvoll wiederzugeben, dass der Leser eine Sympathie für diesen Serienmörder aufbaut. Man hofft bis zum Ende der Geschichte, dass Joe seinen Plan verwirklichen kann und ungestraft davonkommt, obwohl man genau weiß, dass er eine harte Strafe verdient hätte. Dieses Verständnis für die grausamen Taten ist wohl vor allem auf die Art und Weise zurückzuführen, wie die Gedankenwelt dieses Killers aufgebaut ist. Sein Humor und seine Fürsorglichkeit überspielen die negativen Aspekte seines Charakters.
Schwarzer Humor
Was uns ebenfalls sehr gut gefallen hat, ist der schwarze Humor und die absurde Ironie der Gedanken und Emotionen Jös. Dieser macht sich große Vorwürfe, eine Katze getötet zu haben, wobei ihn der Mord an deren Besitzerin vollkommen kalt lässt. Dieser schwarze Humor spiegelt sich überdies darin, dass Joe fortlaufend bei kleinen, guten Taten seine überaus große Menschlichkeit betont, obwohl er ja in Wirklichkeit ein skrupelloser Fraünmörder ist.
Fazit
Was den Leser bannt und das Buch spannend hält, sind die abstrakten Geschehnisse und die unerwarteten Wendepunkte. Sie machen es dem Leser schwer, das Buch zur Seite zu legen, und seine Neugier wächst von Kapitel zu Kapitel.
Abschließend kann man sagen, dass Joe ein sehr interessanter Charakter ist und es - bei aller Distanz und Abscheu - Spaß macht, mehr über seinen Charakter zu erfahren und in die Gedankenwelt eines psychisch gestörten Mörders einzutauchen.